FREITAG, 5 DEZEMBER 2025
ETH Hauptgebäude
18.30: EINLEITUNG DURCH DIE ORGANISATOREN
18.40: BRUCHSTELLEN UND BAUSTELLEN: DIE WECHSELHAFTEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER SCHWEIZ UND DEUTSCHLAND IM 20. JAHRHUNDERT
Input von Jakob Tanner
18.55: WENN ICH AUF DIE BRD ZURÜCKBLICKE, DANN MUSS ICH LEIDER SAGEN
Von Behzad Karim Khani
19.15: BILLIARD UM HALB ZEHN, ODER: THE „GERMAN ISSUE“, ARCHÄOLOGIE DER NACHKRIEGSZEIT
Zumindest in symbolischem Sinn stand Deutschland im Mittelpunkt der Weltordnung, die aus den Ruinen des deutschen Weltherrschaftsanspruchs erwachsen ist: Wo zwei Weltkriege ausgelöst und industrieller Völkermord betrieben wurde, sollte sich Geschichte nicht wiederholen dürfen. In diesem Sinne war die BRD ein Fundament der Nachkriegsordnung, deren Architektur nun zerbrochen ist. Das Panel widmet sich Kipp-Punkten in der BRD-Geschichte und der demokratischen Kultur. Wo findet sich der „grosse Kanton“ in der neuen Weltordnung? Was tun mit den Gräben, die sich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Welt auftun?
Mit Sima Luipert, Eva Menasse, Adam Tooze, Eyal Weizman
Moderiert von Tsafrir Cohen
SAMSTAG, 6 DEZEMBER 2025
Kunsthaus Zürich, Vortragssaal Moser-Bau
10.00: (KEIN) DENKEN OHNE GELÄNDER ODER: DIE MEDIEN UND DER ZERFALL DER POLITISCHEN ÖFFENTLICHKEIT
Politische Öffentlichkeit war ein zentraler Begriff des westdeutschen Demokratieverständnisses. Vor allen Dingen im medialen Raum sollten Kontroversen ausgetragen und Übereinkunft immer wieder neu gestiftet werden. Heute traut ein Grossteil der Bevölkerung den Medien nicht mehr. Seit der Covid-19 Pandemie und der laufenden Berichterstattung über Gaza gelten sie als Träger einer staatlichen Ideologie, die ohne Einverständnis auskommt. An den Knackpunkten des Streits verlagert sich die Debatte so stattdessen in soziale Medien oder kleinere Plattformen. Es stellt sich die Frage, welche Rolle die Leitmedien in der Normalisierung des rechten Ressentiments spielen? Und warum es ihnen offenbar nicht gelungen ist, demokratische und pluralistische Räume zu bewahren und zu erweitern?
Mit Patrick Bahners, Yossi Bartal, Diedrich Diederichsen, Emily Dische-Becker, Behzad Karim Khani
Moderiert von Eva Menasse
12.00: ANGST ESSEN SEELEN AUF ODER: GEFÄHRLICHES WISSEN, STAATSDISKURS UND REALITÄTSVERWERFUNG
Was passiert, wenn staatliche Massnahmenpolitik und Versuche, Leitplanken für den öffentlichen und akademischen Diskurs einzuführen, in offenen Widerspruch zu Empirie, wissenschaftlichem Codex und Gesetzeslage treten?
Mit Schirin Amir-Moazami, Teresa Koloma-Beck, Daniel Marwecki, Nahed Samour, Simon Strick
Moderiert von Sami Khatib
15.00: 7000 EICHEN: PROVINZIALITÄT UND GLOBALE HORIZONTE – DER GROSSE KANTON
Nicht allein die Rückkehr wirtschaftlicher und militärischer Kriege hat die Nachkriegsordnung zu Fall gebracht. Auch die nicht eingehaltenen Versprechen der „Soft Power“ spielen eine Rolle. Dieses Panel untersucht den Ort deutscher Kulturinstitutionen – etwa die documenta in Kassel – im globalen Kontext.
Mit Yassin Elhaj-Saleh, Anselm Franke, Dirk Moses, Ana Teixeira Pinto, Kerstin Stakemeier
Moderiert von Ben Ratskoff
Dieses Panel findet auf Englisch statt.
17.30: KINDHEITSMUSTER ODER DAS UNBEHAGEN IN DER ERINNERUNGSKULTUR: NEUE ANSÄTZE IN DER FORSCHUNG
Dieses Panel untersucht die Kipp-Punkte und Bruchlinien der deutschen und westlichen Erinnerungskultur und ihrer Institutionen einerseits und den internationalen Forschungsstand zur modernen Gewaltgeschichte andererseits. Welche Strukturen einer „politischen Theologie“ beherrschen die Gegenwart?
Mit Sultan Doughan, Yves Kugelmann, Stefanie Schüler-Springorum, Erhard Schüttpelz*, Hannah Tzuberi
Moderiert von Katja Maurer
19.30: WENN IN EINER WESTDEUTSCHEN FERNSEH-TALKSHOW DAS LICHT AUSGEHT. FRAG MAX
Eine Lecture-Performance von Eran Schaerf